Pressemitteilung der GEW Niedersachsen SELBSTTESTS RAUS AUS DEN SCHULEN

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Bilanz: viel Kritik zur Corona-Testwoche / „Selbsttests raus aus den Schulen!“

Hannover, 26. März 2021: Die erste Bilanz der Selbsttest-Woche in Niedersachsens Schulen zeigt nach Rückmeldungen bei der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) viele Schwierigkeiten auf. In der Landesgeschäftsstelle seien zahlreiche Mitteilungen von Schulbeschäftigten eingegangen, die sich kritisch dazu äußerten, berichtete die GEW-Landesvorsitzende Laura Pooth am 26. März.

„Die Telefone und Mailaccounts der GEW sowie die unserer Personalräte sind heiß gelaufen. Insbesondere das mit den Tests in den Schulen verbundene Infektionsrisiko für die Beschäftigten wurde scharf kritisiert. Hinzu kommt, dass Hilfe und Beaufsichtigung beim Testen sowie die Dokumentation keine pädagogischen Aufgaben sind, die erneut Unterrichtszeit kosteten“, sagte Pooth.

Darüber hinaus existieren große Sorgen um die psychischen Belastungen jener Kinder, die vor den Augen der ganzen Klasse mit einem positiven Testergebnis konfrontiert werden müssten. „Und dann gab es auch noch Schulen, die berichteten, dass sie auf alles vorbereitet seien, aber selbst am Ende der Woche noch gar keine Testkits erhalten hätten“, ergänzte Pooth.

„Die Ablehnung der Selbsttests in den Schulen ist mehr als eindeutig, auch wenn sich die Beschäftigten vielerorts auf das Verfahren eingelassen haben. Die Forderung der GEW bleibt: Raus mit den Selbsttests aus den Schulen! Der Kultusminister hat zugesagt, die Rückmeldungen ernst zu nehmen, nun muss er für die Zeit nach den Osterferien schnell klare Regelungen schaffen“, forderte die GEW-Landesvorsitzende. Demnach dürften die Selbsttests dann nur noch zu Hause oder in Testzentren durchgeführt werden. Alternativ gäbe es noch die Möglichkeit, mobile Testteams einzubinden, die ihre Aufgabe wahrnehmen, bevor die Schulen überhaupt betreten werden.

Rund 30.000 Menschen sind in Niedersachsen Teil der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Sie ist die mit Abstand mitgliederstärkste Organisation für Lehrkräfte aller Schulformen sowie für pädagogische, therapeutische und technische Fachkräfte. Auch den Beschäftigten im Wissenschaftsbereich und in der Erwachsenenbildung bietet sie einen starken Rückhalt. Die GEW setzt sich nachhaltig für bessere Arbeitsbedingungen ein - und kämpft engagiert gegen Intoleranz und Rassismus.

V.i.S.d.P.: Christian Hoffmann 

Gewerkschaftssekretär / Pressesprecher / Redaktionsleiter

Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Niedersachsen | www.gew-nds.de

Tel.: 0511/33804-26 |  Mobil: 0171/5639733

Pressemitteilung über die BDK 2021

Bezirksdelegiertenkonferenz (BDK) der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Bezirksverband (BV) Lüneburg am 09.03.2021 in Buchholz/Nordheide

Zu der Delegiertenkonferenz des GEW-Bezirksverbandes Lüneburg konnte die Bezirksvorsitzende Gundi Müller 100 Kolleg*innen, die online zugeschaltet waren, begrüßen. Die durch die Corona­pandemie bedingten Hygienemaßnahmen ließen nur eine hybride Tagungsform zu. Anwesend in der Empore waren die Vorstandsmitglieder, das Präsidium und ca. 20 Kolleg*innen.

Die nicht zur Wiederwahl sich stellende Vorsitzende Gundi Müller führte in das Tagungsthema „Völkische Siedler in der Lüneburger Heide“ mit einem Diskurs über die veränderte Diskus­sions­praxis im Bundestag ein. Politische Debatten werden durch antidemokratische Verhaltensweisen wie Fremdenfeindlichkeit, Frauen diskriminierende, antisemitische und rechtspopulistische Äußerungen geprägt. Ausgrenzende Redebeiträge werden auch von in der Lüneburger Heide niedergelassenen Völkischen Siedlern auf kommunaler Ebene gehalten. Gundi Müller forderte die GEW-Kolleg*innen auf, sich für Toleranz und gegen Rassismus einzusetzen.

Die GEW-Landesvorsitzende Laura Pooth war für ihr Grußwort online zugeschaltet. Sie betonte die intensiven Dialoge zwischen Kultusministerium und der GEW, in denen sie das 10fache der bereitgestellten Finanzmittel für den Arbeits- und Gesundheitsschutz für die Kolleg*innen in den Schulen wiederholt eingefordert habe. Das Umsetzen der erforderlichen Hygienebestimmungen stelle viele Schule vor große Herausforderungen, da es an räumlicher und sanitärer Ausstattung fehle. Eine Investitionsoffensive für Schulen sei nötig, doch der niedersächsische Finanzminister beharre auf einen Haushalt ohne Neuverschuldung. Das werde die GEW nicht unkommentiert lassen. Der Dienstherr ist aufgefordert, seiner Fürsorgepflicht nachzukommen.
In ihrem Abschiedsgruß an die nicht zur Wiederwahl angetretene Vorsitzende Gundi Müller betonte Laura Pooth die gute Zusammenarbeit und die konstruktiven sachlichen Dialoge.

Andrea Röpke, Expertin für „Völkische Siedler“ wie auch Martin Raabe von der Gruppe „beherzt“ gaben in ihren Beiträgen sehr detaillierte Einblicke in die ideologischen und lebenspraktischen Grundsätze der völkischen Gemeinschaften. Das Familienleben ist der Kern der völkischen Lebensideologie. Alle Einflüsse von außen sind abzuwehren. Kinder und Jugendliche aus völkischen Familien erleben in der Schule eine Gemeinschaft, deren Grundsätze zum gemeinsamen Miteinander sie nicht akzeptieren dürfen. Sie leben so in zwei Welten, die nicht miteinander vereinbar sind. Gehorsam und Drill sind prägend in der völkischen Erziehung. Jugendliche wenden sich aktiv gegen demokratische Strukturen und provozieren durch das Äußern nationalistischer und faschistischer Gedanken.
Einig war die Versammlung darin, dass dem Handeln dieser national gesinnten Menschen mit einem zivilgesellschaftlichen Engagement entschieden zu begegnen ist, um demokratische Prozesse einzufordern.

Zu Beginn des Nachmittages wurde Gundi Müller nach zehnjähriger Tätigkeit als Vorsitzende verabschiedet. Hervorgehoben wurde ihre gradlinige Art, sich nachhaltig für die Belange aller Beschäftigten wie auch für die Teilhabe aller Schüler*innen am Schulleben einzusetzen. Gundi Müller war und ist auf allen Ebenen in gewerkschaftlichen Gremien aktiv tätig gewesen und hat so viele Anregungen in die gewerkschaftliche Bezirksarbeit eingebracht.

Zur neuen Vorsitzenden des GEW Bezirksverbandes Lüneburg wurde Karina Krell aus dem Kreisverband Stade mit großer Mehrheit gewählt.
Karina Krell ist Lehrerin an einer Grund- und Oberschule und Mitglied im Schulbezirkspersonalrat.

Zur Stellvertreterin wurde die langjährige Schriftführerin Rani Benter aus dem Kreisverband Uelzen gewählt.
Neu in den Vorstand wurden Sabine Nippert (LK Lüneburg) als Schriftführerin,
Jörn Hannemann (LK Harburg) für das Referat Jugendhilfe und Soziale Arbeit,
Thomas Lange (LK Celle) für das Referat Tarif- und Beamtenpolitik und
Bärbel Pauck (LK Lüneburg) für das Referat Frauenpolitik gewählt.
Wiedergewählt wurden Martin Osthaus (LK Cuxhaven) als Schriftführer,
Fritz Böhm (LK Osterolz) für das Referat Berufliche Bildung,
Silke Teschke (LK Heidekreis) für das Referat Frauenpolitik und
Maria Schmidt (LK Verden) für das Referat Hochschule, Ausbildung und Forschung sowie für das
Referat Tarif- und Beamtenpolitik Rebecca Brinkmann (LK Lüneburg).
Die Referate Frauenpolitik und Tarif- und Beamtenpolitik werden nun jeweils von einem Zweierteam geleitet.

Newsletter des HV der GEW

Eine Übersicht der Newsletter des Hauptverbands der GEW findet ihr unter diesem LINK: https://www.gew.de/newsletter-uebersicht/ 

Der Newsletter MÄRZ 2021 ist unter diesem Link veröffentlich:  http://newsletter.gew.de/m/7694004/605569-ef33e8fa47e377f69ab6614841c09da6011321ddb6ab0144467177a403cbb0b87aa4b571907f332fc37679368c831bd0

Etappensieg der JA13-Kampagne: Die GEW hat sich erfolgreich dafür eingesetzt, dass Grundschullehrkräfte besser bezahlt werden – immerhin in acht von 16 Bundesländern. Außerdem im Newsletter: Wer Schulen und Kitas weiter öffnen will, muss testen und impfen! Und: Solidarität zeigen bei den Internationalen Wochen gegen Rassismus vom 15. bis 28. März.
Redaktion: Evelyn Bongiorno-Schielke, Ursula Henkel & Stefan Weitzel

 

Newsletter Bildung in der digitalen Welt

Immer deutlicher zeigen sich bestehende Lücken in der Finanzierung der Digitalisierung, z.B. in der öffentlich finanzierten Weiterbildung, die beim Digitalpakt bisher nicht berücksichtigt wird. Im Rahmen des Digitalpakts selbst sind einer Umfrage von Zeit Online zufolge bisher nur ein Fünftel der Gesamtmittel bewilligt worden.

Außerdem in diesem Newsletter:
Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen stärken sowie eine Umfrage der Verbraucherzentrale Bundesverband zur verdeckten Einflussnahme auf Lehrinhalte. In den Service-Tipps: Dritter Gleichstellungsbericht der Bundesregierung mit dem Schwerpunkt Digitalisierung und Tipps zum Forschen und Entdecken mit Kindern.

Viel Spaß beim Lesen!
Redaktion: Birgita Dusse, Jessica Geh

z.B. https://www.gew.de/presse/pressemitteilungen/detailseite/neuigkeiten/gew-medienkompetenz-der-kinder-und-jugendlichen-staerken/
GEW zum Safer Internetday

z.B. https://www.gew.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/verdeckte-einflussnahme-auf-inhalte-befuerchtet/ oder dieser
Buchtipp https://www.gew.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/buchtipp-inklusion-in-deutschlands-schulen/ 

 

GEW Niedersachsen und Hauptverband zu Corona: Fragen und Antworten für Beschäftigte (FAQs)

Aktuelle Informationen findet ihr auf der Website des Landesverbands
https://www.gew-nds.de/arbeits-und-gesundheitsschutz/coronavirus/faq/

und die Website des Hauptverbands klärt ebenfalls auf und hat Antworten auf viele Fragen
https://www.gew.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/was-das-coronavirus-fuer-die-bildungseinrichtungen-bedeutet0/ 

 

Welche Beratungs- und Gesprächsangebote stehen Schüler*innen zur Verfügung?

Neben der Unterstützung durch die Klassenlehrkräfte, Beratungs- und Vertrauenslehrkräfte, Schulsozialarbeiter*innen sowie die Schulpsychologie (www.rlsb.de/bu/eltern-schueler/schulpsychologie) hat das MK auch auf externe Angebote hingewiesen:

Kinder- und Jugendtelefon: 0800 111 0 333

Nummer gegen Kummer:    116 111 oder www.nummergegenkummer.de

JUUUPort.de - Hilfe von jungen Leuten für junge Leute: www.juuuport.de/beratung

Weitere Angebote sind zu finden unter www.kinderschutz-niedersachsen.de.