GEW: „Gewerkschaften kündigen Warnstreiks an“

Alle Informationen zu den Tarifverhandlungen TvöD 2020 findet ihr auf der Website des Landesverbands unter

 https://www.gew-nds.de/tarifbeschaeftigte/tarifrunde-2020/

Eure Fragen dazu beantwortet der Geschäftsführer der GEW Niedersachsen Rüdiger Heitefaut unter 0511 33 804 24.

Schulleitungsverband und GEW kritisieren Corona-Kompensationskonzept

// PRESSEMITTEILUNG des GEW Landesverbands // 

Hannover, 11. September 2020: Der Schulleitungsverband (SLVN) und die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in Niedersachsen bemängeln Zeitpunkt und Inhalt des Corona-Kompensationskonzeptes aus dem Kultusministerium. Minister Grant Hendrik Tonne hatte dies am 8. September an die allgemeinbildenden Schulen schicken lassen. Auf zehn Seiten finden sich unter anderem verpflichtende Anweisungen, wie als Schulleitungen und Kollegium mit Reflexion und Beratung der Schülerinnen und Schüler noch vor den Herbstferien zu verfahren ist. Das als Ergänzung bisheriger Regelungen gedachte Konzept erweist sich aus Sicht des SLVN und der GEW als wenig hilfreich und eher praxisfern. Es bedeute zusätzliche Mehrarbeit für alle Beteiligten, die sich bereits mit dem Einstieg in Szenario A außerordentlichen Herausforderungen stellen mussten.

„Seit dem Ende der Sommerferien sind mehr als zwei Wochen vergangen. Alle Stunden- sowie Arbeits- und Terminpläne in den Schulen sind längst gemacht. Diese Anweisungen des Ministeriums kommen mindestens vier Wochen zu spät“, berichtete die SVLN-Vorsitzende Andrea Kunkel: „Wir haben in den Schulen unsere Antworten und unsere Wege gefunden, mit der Pandemie umzugehen. Daher benötigen wir zu diesem Zeitpunkt weder eine Anweisung noch einen Ratgeber! Stattdessen brauchen wir Unterstützung bei dringenden Fragen und Anliegen.“

„Im Konzept sind zahlreiche Selbstverständlichkeiten enthalten, die in den Schulen bereits erledigt sind. Die Erfahrungen von Kindern und Jugendlichen im Lockdown wurden und werden beispielsweise aufgearbeitet. In dieser Konzeption schwingt Misstrauen mit, das schlicht unangemessen ist“, sagte die GEW-Landesvorsitzende Laura Pooth.

Statt überflüssiger Bevormundung wünsche man sich Vertrauen in die Arbeit der Profis vor Ort und Handlungsspielräume für die Schulbeschäftigten.

Kunkel und Pooth kritisierten die ausufernde Arbeitsbelastung an den Schulen und forderten endlich eine Ausstattung mit ausreichenden personellen Ressourcen. Die verpflichtende Durchführung von Reflexion und Beratungsangeboten für Eltern sowie Schülerinnen und Schüler noch vor den Herbstferien müsse umgehend vom Tisch.

V.i.S.d.P.:

 GEW  Niedersachsen

Christian Hoffmann

Gewerkschaftssekretär / Pressesprecher

Berliner Allee 16  |  30175 Hannover | www.gew-nds.de

Tel.: 0511/33804-26 |  Mobil: 0171/5639733

 

Schulleitungsverband Niedersachsen e.V.

Andrea Kunkel

  1. Vorsitzende

Berliner Allee 19

30175 Hannover

Tel.: 0511/6005635

Pooth fordert mehr Stellen und eine Investitionsoffensive _ Pressemitteilung des LV

// PRESSEMITTEILUNG //

GEW-Umfrage: Schulbeschäftigte blicken mit Sorge auf Schulstart / Pooth fordert mehr Stellen und Investitionsoffensive

Hannover, 25. August 2020: Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) verlangt angesichts der Corona-Krise mehr Personal und bessere Ausstattung für die Schulen. Von den 2.338 ausgeschriebenen Posten der aktuellen Einstellungsrunde für Lehrkräfte konnten beispielsweise mehr als 10 Prozent nicht besetzt werden, berichtete die GEW-Landesvorsitzende Laura Pooth bei einer Pressekonferenz. Der tatsächliche Bedarf liege allerdings bei 2.800 Einstellungen. Darüber hinaus präsentierte die GEW ihre neue Umfrage „Schule in Corona-Zeiten“, die neben der beruflichen Überlastung der Schulbeschäftigten in Niedersachsen auch deren Sorgen in Bezug auf Hygiene und Gesundheit aufzeigt.

„Bei der derzeitigen Einstellungsrunde wurde selbst die eigens niedrig angesetzte Hürde gerissen. Tatsächlich wären rund 2.800 Stellenausschreibungen notwendig gewesen, um den echten Bedarf auszuweisen“, stellte Pooth fest. Das Land tue einfach viel zu wenig für die Attraktivität des Lehrberufs und beschönige den Mangel. „Solange immer nur so viele Stellen ausgeschrieben werden, wie annähernd zu besetzen sind, wird auch der eigentliche Investitionsbedarf nicht deutlich“, erläuterte die GEW-Landesvorsitzende. Das Land müsse sich ehrlich machen, um dann eine Investitionsoffensive zu starten. Bildung dürfe nicht erst im Wahlkampf wieder eine Rolle spielen. „Corona zeigt die Versäumnisse wie durch eine Lupe“, sagte sie.

Dies gilt ebenso für die Räumlichkeiten und deren Ausstattung, wie aus der neuen GEW-Umfrage (6. bis 20. Juli 2020) mit 2.726 teilnehmenden Schulbeschäftigten hervorgeht. 60 Prozent gaben dabei an, sich mit Blick auf das neue Schuljahr um ihre Gesundheit zu sorgen. Im Homeoffice befindliche Lehrkräfte arbeiteten nach eigener Einschätzung rund 20 Prozent mehr als vor Corona, im Präsenzunterricht eingesetzte 29 Prozent mehr. Schulleitungen berichteten sogar von 50 Prozent Mehrarbeit.

29 Prozent der Befragten gaben zudem an, dass es an ihrer Schule noch immer nicht ausreichend Waschbecken, Seife und Einmal-Handtücher gibt. Bei der Digitalisierung fehlt 48 Prozent die technische Ausstattung und 61 Prozent eine Fortbildung für die Gestaltung des Lernens mit digitalen Medien. Dennoch machten 89,5 Prozent der Teilnehmenden ihre Arbeit gerne. „Die Motivation ist nach wie vor hoch – trotz der enormen Belastung“, fasste Laura Pooth zusammen.

Als eine Sofortmaßnahme forderte sie Vollzeitstellen für 500 pädagogische Fachkräfte, die bisher in Zwangsteilzeit von 80-Prozent arbeiteten und bereits Anträge dazu gestellt hätten. „Das bringt im Handumdrehen rechnerisch 100 Vollzeiteinheiten. Es scheitert nur am Geld, das nicht bereitgestellt wird“, berichtete die Landesvorsitzende. Vor allem aber müsse insgesamt mehr Personal ins System. „Damit wurde schon viel zu lange gewartet, das fällt uns jetzt auf die Füße. Es braucht umgehend eine Investitionsoffensive, damit das System Schule auf künftige Krisen vorbereitet werden kann“, betonte die GEW-Landesvorsitzende.

Rund 30.000 Menschen sind in Niedersachsen Teil der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Sie ist die mit Abstand mitgliederstärkste Organisation für Lehrkräfte aller Schulformen sowie für pädagogische, therapeutische und technische Fachkräfte. Auch den Beschäftigten im Wissenschaftsbereich und in der Erwachsenenbildung bietet sie einen starken Rückhalt. Die GEW setzt sich nachhaltig für bessere Arbeitsbedingungen ein - und kämpft engagiert gegen Intoleranz und Rassismus.

V.i.S.d.P.:

Christian Hoffmann

Gewerkschaftssekretär / Pressesprecher

Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Niedersachsen | www.gew-nds.de

Pressemitteilung der GEW Niedersachsen betr. Corona-Umfrage

Corona-Umfrage: motivierte Lehrkräfte in schwierigem Umfeld / GEW: System Schule wacklig wie ein Kartenhaus

Hannover, 17. Juni 2020: Nach einer Umfrage der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) erledigen Niedersachsens Schulbeschäftigte ihre Aufgaben trotz Corona gerne. Allerdings sorgen sie sich um die Rahmenbedingungen in den Schulen. Die Gewerkschaft hatte ihre Mitglieder im Mai 2020 befragt und stellte zentrale Ergebnisse am 17. Juni vor. Insgesamt nahmen 4.157 Beschäftigte aller Schulformen teil (darunter 3.821 Lehrkräfte inklusive Schulleitungen), so dass nach Überzeugung der GEW grundsätzliche Aussagen auf alle niedersächsischen Lehrkräfte übertragen werden können.

Die Aussage „Ich mache diese Arbeit gerne“ bestätigten 57 Prozent der Befragten, 29 Prozent nur teils teils und 14 Prozent verneinten das. Gleichzeitig sind 42 Prozent beim Gedanken an den Präsenzunterricht in Sorge um ihre Gesundheit, nur 12 Prozent sorgen sich gar nicht. 17 Prozent der Befragten gehören nach eigenen Angaben wegen Vorerkrankungen zur Risikogruppe. Von diesen 650 Teilnehmenden nutzten jedoch lediglich ein Drittel (230 Personen) ihr Recht, ausschließlich im Homeoffice zu arbeiten. „Hochgerechnet sind also nur etwa sechs Prozent aller Lehrkräfte im Home-Office. Schon vor Corona war der Personalmangel eklatant. Jetzt zeigt sich wie durch ein Brennglas: Sobald in den ohnehin ausgedünnten Kollegien wegen akuter Gesundheitsgefahr jemand ausfällt, droht das Kartenhaus zusammenzubrechen“, sagte die GEW-Landesvorsitzende Laura Pooth. Die Situation in vielen Schulen sei zudem weiter schwierig.

31 Prozent der Teilnehmenden verneinten, dass es an ihrer Schule ausreichend Waschbecken, Seife und Einmalhandtücher gibt (58 Prozent antworteten ja, 12 Prozent keine Angabe). Lediglich 50 Prozent glaubten, dass der Mindestabstand im Unterricht eingehalten werden kann (42 Prozent sagten nein, 12 Prozent keine Angabe). „Niedersachsen braucht spätestens Anfang Juli ein umfassendes Konzept, wie mit fehlenden Möglichkeiten zum Händewaschen, engen Räumlichkeiten und Fenstern, die sich nicht öffnen lassen, im neuen Schuljahr umgegangen werden soll“, forderte Pooth. Doch Arbeitsschutz sei nicht auf Virenschutz zu reduzieren.

Laut der Umfrage empfinden 53 Prozent inzwischen mehr Stress als vor der Pandemie (26 Prozent teils teils, 21 Prozent verneinten dies). „Mit unserer Arbeitszeitstudie 2016 konnten wir bereits belegen, dass Lehrkräfte stark belastet und gleichzeitig hoch motiviert sind. Durch Corona entsteht  nun eine Doppelbelastung von Fern- und Präsenzunterricht, so dass dringend Entlastungen nötig sind“, bemängelte Laura Pooth. Insgesamt zeigt die Umfrage aus Sicht der GEW das aktuelle Dilemma zwischen pädagogischem Anspruch und notwendigem Gesundheitsschutz: Lehrkräfte und andere Schulbeschäftigte engagieren sich stark, stoßen jedoch bei den Bedingungen vor Ort an ihre Grenzen.

Zwei Dinge muss die Landesregierung jetzt unverzüglich mit Blick auf das kommende Schuljahr vorlegen: Konzeptionen für unterschiedliche Infektionsgeschehen und einen nachhaltigen Investitionsplan. Das über Jahre kaputt gesparte System Schule ist wacklig wie ein Kartenhaus. Wenn die Politik nicht endlich massiv in stabile Strukturen investiert, hat sie aus Corona nichts gelernt“, betonte die GEW-Landesvorsitzende.

Die Umfrage der GEW unter ihren rund 30.000 niedersächsischen Mitgliedern hatte am 4. Mai 2020 begonnen und dauerte zwei Wochen. Auch Nichtmitglieder unter den Schulbeschäftigten konnten mitmachen. 4.157 Teilnehmende beendeten die Umfrage, davon waren nach eigenen Angaben 3.821 Lehrkräfte und 228 pädagogische oder therapeutische Fachkräfte (der Rest machte keine Angaben zur Profession). Link zur GEW-Umfrage: www.gew-nds.de/bericht-corona-umfrage sowie zu druckfähigen Diagrammen (JPEG-Format): www.gew-nds.de/diagramme-corona-umfrage

V.i.S.d.P.:

Christian Hoffmann | Gewerkschaftssekretär / Pressesprecher

Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Niedersachsen | Berliner Allee 16  |  30175 Hannover | www.gew-nds.de

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