Grundschule aktuell: Zusammenhalt in Zeiten von Distanz

GS Brief 20

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

die letzten Wochen waren für alle – Lehrkräfte, Schüler*innen und Eltern - sehr herausfordernd!

Die stufenweise Rückkehr zum Präsenzunterricht verlangt neben einem großen Engagement im Planen und Vorbereiten auch Kreativität:

Es gilt den Hygieneplan ständig neu anzupassen und umzusetzen, während parallel Präsenzunterricht, Homeschooling, Notbetreuung, Kontaktaufnahme mit den Schüler*innen u.v.m. weiterlaufen müssen. Dies bringt einige Schulen schon jetzt an ihre Belastungsgrenze.

Seit letzter Woche steht nun fest: Bis Mitte Juni sollen alle Jahrgänge wieder am Präsenzunterricht teilhaben. Wie können das Grundschulen parallel zur Notbetreuung bei gleichzeitig reduziertem Personal umsetzen?

  • • Ungleichheit in den Bildungschancen verschärft sich
    Gerade junge Schüler*innen sind besonders von den familiären Lebens-Bedingungen abhängig – circa 20% leben in schwierigen Lebensverhältnissen, was für sie häufig auch bedeutet, sich weniger um schulische Belange kümmern zu können. Es fehlt ihnen oftmals an digitaler Ausstattung und elterlicher Unterstützung. Besonders stark trifft es Kinder, die mit wenig oder keinen Deutschkenntnissen zurechtkommen müssen. Die vor Corona schon problematische Ungerechtigkeit in den Bildungschancen vertieft sich noch mehr, je länger die Kinder nicht in die Schule kommen können. Auch wenn alle bald wieder tageweise in die Schule kommen, die meiste Zeit lernen sie weiterhin zu Hause. Es wird besonders für diese Kinder schwer, den Anschluss ohne zusätzliche Unterstützung zu halten.
  • Die Ganztagsgrundschule vielerorts mit ihrem erweiterten schulischen und sozialpädagogischen Angebot bot bislang einen fördernden und ergänzenden Rahmen für viele Grundschulkinder. Zusätzlich bekommen durch den Wegfall des Mittagessens manche Kinder nun auch kein geregeltes warmes Essen mehr.
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  • • Vorgaben vom MK
    Weil die Grundschulen räumlich und personell sehr unterschiedlich ausgestattet sind, können die vielen Fragen der Schulen hinsichtlich der Corona-Verordnungen nur ganz individuell beantwortet werden. kommt seltener als bisher in die Schule. Die sich zuspitzenden Herausforderungen können nur mit pragmatischer Flexibilität gelöst werden, was auch ausdrücklich vom Minister im besagten Schreiben „den Experten vor Ort“ vorgeschlagen wird.
  • Eine besondere Herausforderung wird es demnächst sein, alle Jahrgänge gleichzeitig in die Schule zu bekommen. Für viele ist bereits die Versorgung von zwei Jahrgängen bei parallel laufender Notbetreuung schwierig. In seinem Schreiben vom 14.05.2020 weist Kultusminister Tonne darauf hin, dass bei Engpässen auf jeden Fall die Notbetreuung gewährleistet sein muss und eher der Präsenzunterricht zu kürzen ist. Klar ist aber schon jetzt, dass voraussichtlich in den meisten Schulen nicht alle Jahrgänge gleichzeitig beschult werden können. Möglicherweise werden einzelne Jahrgänge im Wechsel wieder ins Homeschooling gehen müssen oder jede Lerngruppe
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  • • Was ist unterstützend und hilfreich?
    Es ist ratsam, ein Krisenteam, zu dem auch der Schulpersonalrat gehören sollte, zu bilden, um den Überblick zu behalten und schnell reagieren zu können. Denn alle Belange des Arbeits- und Gesundheitsschutzes sind mitbestimmungspflichtig! Nach der Öffnung für den vierten und dritten Jahrgang ist stets zu beobachten, ob die getroffenen Vorkehrungen wirken oder neu angepasst werden müssen. Es ist ein Prozess und bedeutet auch bei jeder Erweiterung durch hinzukommende Jahrgänge eine erneute Überprüfung der konkreten schulbezogenen hygienischen Anforderungen. Die Schulleitungen erhalten häufig keine befriedigenden Antworten und müssen viele Entscheidungen allein treffen und auf Sicherheit gehen. So kann es z. B. sein, dass Klassen gedrittelt werden müssen, um die Abstände in den Klassenräumen zu gewährleisten. Können die Hygienemaßnahmen nicht eingehalten werden, muss eine Schule im schlimmsten Fall geschlossen bleiben.
  • Gerade kleine Grundschulen trifft womöglich die Umsetzung der Corona-Verordnungen besonders hart. Schulleitungen sollten auf die fehlenden Voraussetzungen hinweisen und sich rechtlich entlasten, indem sie remonstrieren.
  • Eine gelingende Umsetzung des Hygieneplans liegt nicht ausschließlich in der Hand der Schule. Besonders die Zusammenarbeit mit dem Schulträger ist hier wichtig, die sich mancherorts schwierig gestaltet. Treten hier Probleme auf, sollte die Landeschulbehörde eingeschaltet werden.
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  • • Risikogruppen
    Die Situation der über 60-jährigen und derer, die mit einer Person aus der Risikogruppe in einem Haushalt leben, bleibt ungeklärt. Sie können nur bei ausreichender Versorgungslage der Schule ins Homeoffice gehen. Es darf aus Sicht der GEW nicht sein, dass Schulleitungen gefährdete Kolleg*innen aufgrund von Personalmangel in die Schule kommen lassen müssen. Die GEW stellt sich deutlich gegen diese Entscheidung und setzt sich für eine Verbesserung des Schutzes dieser Kolleg*innen ein.
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  • • Austausch von Erfahrungen Für die Arbeit in den Personalräten und der GEW ist es sehr hilfreich, möglichst viel von der Situation in den Schulen zu erfahren.
    Teilt uns als Landesfachgruppe der Grundschulen deshalb gerne eure Schwierigkeiten, aber auch eure guten Lösungen mit. So können wir uns für euch einsetzen und die Anregungen und Ideen an andere GS weitergeben.
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  • Die GEW Schulbezirks- und Schulhauptpersonalräte sind im ständigen Austausch mit den Verantwortlichen im Kultusministerium und in den Regionalabteilungen der Landessschulbehörden und kümmern sich um eure Belange. Viele weitere Informationen und Links rund um das Thema Corona finden sich auf der Homepage der GEW Niedersachsen https://www.gew-nds.de/arbeits-und-gesundheitsschutz/coronavirus/

Wir wünschen euch weiterhin viel Kraft in diesen Ausnahmezeiten!

Susan Bartels de Pareja
Inga Birwe
Ulrike Kinzl
Anita Dawid
Silke Skowronek 

Dieser Brief steht hier im pdf-Format als Download zur Verfügung (mit Kontakt-Adressen zum Mitteilen eurer Erfahrungen)

Gutachten "Besonders dringliche Maßnahmen ..."

Gutachten betr. Schulöffnung Covid19 Pandemie

Dieses Gutachten des GEW Hauptvorstands steht hier im pdf-Format als Download zur Verfügung:

Besonders dringliche Maßnahmen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes im Prozess der Öffnung der Schulen

 

FAQ zur Situation Coronavirus in Bildungseinrichtungen

"Was das Coronavirus für die Bildungseinrichtungen bedeutet"

Unter dem nachfolgenden Link hat der GEW-Landesverband Antworten auf häufig gestellte Fragen veröffentlilcht:

https://www.gew.de/aktuelles/detailseite/neuigkeiten/was-das-coronavirus-fuer-die-bildungseinrichtungen-bedeutet/?FE_SESSION_KEY=40efc4b0e12b47353c0d0ed98e0722a2-cf4c1b8982d89e6ba631e5679c3f7d40

Plusstunden an Schulen erheben

bugwellenstunden

Während Kollegien und ihre Schulpersonalräte immer wieder davon berichten, dass sich Plusstunden in großer Zahl anhäuften und nicht ausgegliechen würden, verschlossen Schulbehörde und Kultusministerium vor diesem Problem lange Zeit die Augen. Nun hat Minister Tonne angekündigt, dass es eine Meldepflicht geben solle, wenn Kolleginnen oder Kollegen mehr als 80 Plusstunden angesammelt hätten.
Die GEW befürchtet allerdings, dass ein systembedingtes Problem damit zu einem bloß individuellen Problem einer einzelnen Schule oder der jeweiligen Kolleg*innen verharmlost werden soll. Deshalb fordert sie die Schulbezirkspersonalräte auf, ... bitte im Download-pdf weiterlesen

Dieser Flyer wurde in ausreichender Menge den Sek I-Schulen im Schulbehördenbezirk Lüneburg zugestellt (per Adresse an VP, Schulpersonalräte ... oder Sekretariate) und soll spätestens am Montag, 9.3.20 in die "Fächer" von Kolleg*innen verteilt werden.

 klein starker rückhalt für gute arbeit