Pädagogische Woche

73 Pädagogische Wochen im GEW-Bezirksverband Lüneburg

Die Pädagogische Woche des GEW-Bezirksverbandes Lüneburg ist eine gewerkschaftliche Fortbildungsveranstaltung für Lehrerinnen und Lehrer, die auf eine lange Tradition zurückblicken kann.

Den Grundstein für diese deutschlandweit wohl einmalige Veranstaltungsreihe legte CARL ENGELAGE, der als Vorsitzender des Bezirkslehrervereins Stade 1930 in Neukloster-Paterborn im Kreis Stade eine erste Fortbildungswoche für Lehrkräfte organisierte. Die Themen dieser ersten Veranstaltung waren „Das Dorf als Erziehungsgemeinde" und „Die Aufgaben der Erwachsenenbildung auf dem Lande". Auch 1931 und 1932 fanden am gleichen Ort jeweils in den Herbstferien weitere Kurse statt. Mit dem Beginn der nationalsozialistischen Diktatur 1933 wurde der Bezirkslehrerverein „gleichgeschaltet", sein Vorsitzender Carl Engelage verlor sein Amt.

Erst 1948 konnte er die Tradition an anderem Ort, nämlich in Cuxhaven-Duhnen, wieder aufnehmen. Seit dieser Zeit findet die Pädagogische Woche – nach dem Veranstaltungsort auch „Duhner Woche" genannt – regelmäßig ohne Unterbrechung im Herbst zu unterschiedlichen bildungspolitischen und pädagogischen Themen statt.

In einer Festschrift zur 50. Pädagogischen Woche 1994 (in der GEW-Geschäftsstelle erhältlich) können die Geschichte und die Themen der einzelnen Veranstaltungen nachgelesen werden, die ein Spiegel deutscher und niedersächsischer Bildungspolitik sind.

Kennzeichnend für diese renommierten Tagungen sind drei Merkmale:

Erstens haben sich die Pädagogischen Wochen immer als eine Fortbildungsmöglichkeit für Lehrkräfte auf dem „flachen Land" begriffen, weil es – früher noch weniger als heute – kaum andere Möglichkeiten zur qualifizierten Fortbildung gab und gibt. Mit den Jahren erweiterte sich der TeilnehmerInnenkreis und heute besuchen ca. 100 Lehrkräfte aus ganz Niedersachsen aber auch aus angrenzenden Bundesländern die bekannte Veranstaltung.

Zweitens haben die VeranstalterInnen der Pädagogischen Woche immer Themen aufgegriffen, die aktuelle politische, bildungspolitische und pädagogische Fragen aufgreifen und häufig Impulse geben, die vorwärts weisend sind. In Referaten von oft bekannten HochschulprofessorInnen werden die aufgeworfenen Fragen wissenschaftlich-theoretisch untersucht und im Anschluss daran in den nachmittäglichen Arbeitsgruppen vertiefend behandelt mit dem Ziel, konkrete Unterstützung für den Schulalltag zu geben.

Drittens sind die Pädagogischen Wochen offen für jedermann und sind nicht nur GEW-Mitgliedern vorbehalten. Mittlerweile hat sich auch der Adressatenkreis verändert. Zu einigen Veranstaltungen kommen auch interessierte Eltern, SchülerInnen oder ErzieherInnen aus Kindertagesstätten.

Die Tradition der Pädagogischen Woche wird nunmehr seit 73 Jahren ohne Unterbrechung fortgeführt und von allen niedersächsischen Landesregierungen wohlwollend unterstützt.

Die Ergebnisse der PäWo werden in jedem Jahr in einer Broschüre veröffentlicht, die in der Geschäftsstelle in Restexemplaren vorliegt und dort bestellt werden kann. Herausgeberinnen sind die Ehrenvorsitzende Annegret Sloot und Gundi Müller, die seit 2011 als Bezirksvorsitzende die Leitung der PäWo innehat. Gemeinsam mit einem Vorbereitungsteam wird die Fortbildungsveranstaltung geplant und durchgeführt.